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Motivationsprogramm für mehr Bewegung bei Krebs
18. September 2019

Motivationsprogramm für mehr Bewegung bei Krebs

Körperliche Aktivität hat während und nach einer Krebserkrankung viele positive Effekte auf Körper und Psyche. Betroffenen fällt es aber oft schwer, dauerhaft mehr Bewegung und Sport in ihren Alltag zu integrieren. Sportwissenschaftler, Psychologen und Physiotherapeuten am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Dresden und Heidelberg haben daher ein spezielles Motivationsprogramm entwickelt, das sich als zentraler Baustein in Sport- und Bewegungsangebote integrieren lässt. Übungsleiter können alle Materialien kostenfrei anfordern.

Das NCT ist eine standortübergreifende Kooperation von Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) auf der einen Seite sowie von DKFZ, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Medizinischer Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden und Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) auf der anderen Seite.

Früher galt die Devise, dass sich Patienten während und nach einer Krebserkrankung körperlich schonen und ihre gesamte Energie auf ihre Genesung verwenden sollen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass körperliche Aktivität Nebenwirkungen lindert und deutlich positive Auswirkungen auf Körper und Psyche der Patienten hat. „Dieses Wissen zu vermitteln, genügt aber oft nicht. Besonders jenen Betroffenen, die sich schon vor ihrer Krebsdiagnose wenig bewegt haben, fällt es schwer, Sport und Bewegung langfristig in ihren Alltag zu integrieren. Daher haben wir ein spezielles Motivationsprogramm entwickelt, das bestehende Hürden überwinden soll“, sagen PD Dr. Joachim Wiskemann, Leiter der Arbeitsgruppe Onkologische Sport- und Bewegungstherapie am NCT Heidelberg und Dr. Nadine Ungar vom Psychologischen Institut der Universität Heidelberg.

„MotivA – Meine Motivation für einen aktiven Alltag“ heißt das Programm, das sich aus sieben Motivationseinheiten zusammensetzt. In leicht verständlichen Audio-Sequenzen leiten sie Betroffene beispielsweise dazu an, einen Bewegungsplan zu erstellen, Hindernisse für regelmäßige körperliche Aktivität zu identifizieren und Gegenstrategien zu entwickeln. Für Übungsleiter von Krebssportgruppen – etwa im Rehabilitationssport oder in Selbsthilfegruppen – gibt es ein kostenfreies Handbuch mit CD sowie Poster mit einer grafischen Übersicht über die wichtigsten Inhalte. Teilnehmer finden in einem Begleitheft zahlreiche Hintergrundinformationen, konkrete Übungen und viel Platz für individuelle Eintragungen und Bewertungen. „Die Motivationseinheiten sind nach Anmeldung auch online als Podcast abrufbar. Die Übungsleiter können flexibel entscheiden, ob sie die Einheiten während des Kurses per CD einspielen möchten oder ob die Teilnehmer diese im Nachgang zu Hause anhören können“, berichten Melanie Glausch und Dr. Friederike Stölzel vom Präventionszentrum am NCT/UCC Dresden.

Alle Inhalte des Programms sind wissenschaftlich fundiert und unterstützen die Patienten dabei, sich realistische Ziele zu stecken, konkrete Pläne aufzustellen und diese auch tatsächlich umzusetzen. „Bei Patienten mit einer Krebserkrankung führen häufig auch Unwohlsein und Angst dazu, dass sie körperliche Aktivität meiden. Dies mündet oft in eine Abwärtsspirale, da mangelnde Bewegung den Zustand zumeist weiter verschlechtert. Das Programm zielt darauf, eine Aufwärtsspirale in Gang zu setzen, denn körperliche Bewegung kann in vielen Fällen Nebenwirkungen lindern und das körperliche und seelische Wohlbefinden steigern“, erklärt Glausch.

Übungsleiter von Krebssportgruppen können das MotivA-Handbuch mit CD und Postern sowie Begleithefte für die Teilnehmer kostenfrei bestellen unter netzwerk-onkoaktiv.de/motiva oder www.krebscentrum.de/motiva . Hier stehen die Motivationseinheiten auch als Audiodateien zum Download bereit. Bei Interesse und weiteren Fragen zum Projekt: praeventionszentrum@krebscentrum.de oder 0351 458-7447.

Ansprechpartner für die Presse:

Dr. Friederike Fellenberg
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Im Neuenheimer Feld 460
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-5930
Fax: +49 6221 56-5350
E-Mail: friederike.fellenberg@nct-heidelberg.de
www.nct-heidelberg.de

Dr. Anna Kraft
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fetscherstraße 74/PF 64
01307 Dresden
Tel.: +49 (0)351 458-5548
E-Mail:
www.nct-dresden.de

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Das NCT kooperiert mit Selbsthilfegruppen und unterstützt diese in ihrer Arbeit. Seit 2015 hat das NCT Heidelberg in Dresden einen Partnerstandort. In Heidelberg wurde 2017 das Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) gegründet. Die Kinderonkologen am KiTZ arbeiten in gemeinsamen Strukturen mit dem NCT Heidelberg zusammen.

NCT/UCC Dresden

Dresden ist seit 2015 neben Heidelberg der zweite Standort des Nationalen Centrums für Tumor-erkrankungen (NCT). Das Dresdner Zentrum ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebs-forschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR). Das NCT hat es sich zur Aufgabe gemacht, Forschung und Krankenversorgung so eng wie möglich zu verknüpfen. Damit können Krebspatienten in Dresden und Heidelberg auf dem jeweils neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse behandelt werden. Gleichzeitig erhalten die Wissenschaftler durch die Nähe von Labor und Klinik wichtige Impulse für ihre praxisnahe Forschung. Gemeinsamer Anspruch beider Standorte ist es, das NCT zu einem internationalen Spitzenzentrum der patientennahen Krebsforschung zu entwickeln. Das Dresdner Zentrum baut auf den Strukturen des Universitäts KrebsCentrums Dresden (UCC) auf, das 2003 als eines der ersten Comprehensive Cancer Center (CCC) in Deutschland gegründet wurde. Seit 2007 wurde das UCC von der Deutschen Krebshilfe e.V. (DKH) kontinuierlich als „Onkologisches Spitzenzentrum“ ausgezeichnet.